"Alte Musik jung und spannend"

Bron: www.pnp.de
Auteur: Marianne Wimmer
dinsdag 22 mei 2007

"Tänzerisch leicht: Eröffnungskonzert zum 25. Brunnenthaler Konzertsommer

Fernab von den Kulturzentren der Region hat sich in Oberösterreich mit dem Brunnenthaler Konzertsommer eine Reihe etabliert, die anfangs als Geheimtipp galt, inzwischen einen festen Besucherstamm verzeichnen kann, so dass jeweils die kleine bezaubernde Barockkirche bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Der im Januar 2007 verstorbene Linzer Organist August Humer war der Initiator für diese Konzerte alter Musik, Frau Helene Pürmayr hat die künstlerische Leitung, und das seit der Gründung vor 25 Jahren.

Zur Eröffnung des Jubiläumsjahrs gastierte das Orchestra of the Collegium Musicum Den Haag unter der Leitung von Claudio Ribeiro, der 2006 das Ensemble aus Studenten und ehemaligen Studenten des Königlichen Konservatoriums Den Haag ins Leben rief. Allerdings trat nicht das gesamte Orchester auf, sondern sieben Musikerinnen, die zusammen mit ihrem Dirigenten aus sechs Nationen kommen. Sie alle sind noch sehr jung, besitzen jedoch bereits eine enorme Spielreife: Ines d’Avena (Blockflöte), Susanne Dick (Blockflöte und Violine), Kayo Saito und Diana Lee-Planès (Violine), Gudrun Hardardottir (Viola), Rebecca Rosen (Cello), Judith Weber (Kontrabass) und Claudio Ribeiro (Cembalo). Sie haben sich der alten Musik verschrieben, und das merkt man an ihrer Spielfreude, an ihrer gelösten Art zu musizieren. Gerade bei dem filigranen Klang in einer kleinen Gruppe wird ungenaues Zusammenspiel schnell erkannt. Doch hier erstaunten die Klanghomogenität und die technische Virtuosität des Ensembles, dem man nur höchste Anerkennung für seine Geschlossenheit aussprechen kann. Hervorzuheben sind die virtuosen, hervorragend gemeisterten Solopassagen der einzelnen Instrumente, besonders der Flötistinnen und der Geigerinnen. Bei den vorgetragenen Werken von Scarlatti, Purcell, Fiorenza, Muffat, Becker, Telemann und Rebel gelang der Gruppe eine differenzierte Gestaltung, rhythmisch akzentreich, tänzerisch leicht beschwingt, wobei auf rasante Tempi viel Wert gelegt wurde.

Das junge Orchestra of the Collegium Musicum Den Haag trat mit seiner frischen, unkomplizierten und dennoch sehr exakten Spielweise den Beweis an, wie jung und spannend die so genannte alte Musik heute noch klingen kann."